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Sicherheit von Reisebussen
Die Unfallforschung der Versicherer hat sich in der Vergangenheit häufig der Bussicherheit gewidmet. Neben der Analyse von Linienbusunfällen wurden insbesondere schwere Reisebusunfälle untersucht, da diese meist tödlich und schwer verletzte Businsassen nach sich ziehen.
Die Aktivitäten der Unfallforschung wurden nicht nur national sondern auch international geführt, z.B. durch die Mitwirkung an dem dreijährigen EU-Projekt Enhanced Coach and Bus Occupant Safety ECBOS (Verbesserte Reise- und Linienbus Insassensicherheit), das Ende 2003 erfolgreich abgeschlossen wurde.
ECBOS wurde vor dem Hintergrund einer jährlich hohen Zahl von verunglückten Businsassen in Europa (150 bis 200 Getötete, mehr als 30.000 Verletzte) von der Europäischen Union ins Leben gerufen. Ziel war es, die Verletzungsrisiken und -folgen für Busreisende zu verringern, in dem Vorschläge für neue Regelungen und verbesserte Standards für Kraftomnibusse im Hinblick auf die passive Sicherheit ausgearbeitet werden. Auch wenn der Reisebus ein sehr sicheres Reisemittel ist, zeigen sich Risiken für Businsassen bei Kollisionen mit schweren Unfallgegnern sowie bei Kipp- und Überschlagsunfällen. Letzteres gilt insbesondere für nicht angegurtete Insassen.
Ein wesentlicher Beitrag der Unfallforschung war die Erstellung einer Datenbank für gut dokumentierte und unfallanalytisch rekonstruierte Busunfälle mit Personenschaden sowie die Ermittlung des Kosten/Nutzen Verhältnisses für Testmethoden nach den heutigen Regelungen ECE-R66 (Überschlagssicherheit) und ECE-R80 (Sitzfestigkeit). Dabei zeigte sich, dass die zu erwartenden Einsparungen an volkswirtschaftlichen Kosten durch weniger Tote und Schwerverletzte bei Busunfällen den erforderlichen finanziellen Mehraufwand für Verbesserungen in den Testmethoden kompensieren können. Schließlich wiesen die Untersuchungen auf die Notwendigkeit eines erweiterten Testumfangs innerhalb der genannten ECE-Regelungen hin.
Die Erkenntnisse der langjährigen Untersuchungen schwerer Reisebusunfälle zeigen folgende Schwerpunkte:
- Bei Umkipp- und Überschlagsunfällen erleiden Insassen schwere bis tödliche Verletzungen durch den Kontakt mit Innenraumteilen oder in den Bus eindringenden Gegenständen.
- Die Gefahr, aus dem Bus herausgeschleudert oder im Bus eingeklemmt zu werden, ist groß.
- Bei Kollisionen mit schweren Unfallgegnern (Lkw/Bus) erleiden Insassen Verletzungen durch den Kontakt mit der Rückenlehne des Vordersitzes. Darüber hinaus halten die Sitze und deren Verankerungen den Belastungen häufig nicht stand.
- Sicherheitsgurte schützen vor starkem Aufprall auf den Vordersitz bei einer Kollision und vor dem Herausschleudern aus dem Bus beim Kippen/Überschlag.
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