Sicherheit in Omnibussen und Nutzen von Fahrerassistenzsystemen

Der Kraftomnibus gilt als eines der sichersten Verkehrsmittel. Schwere Busunfälle sind relativ selten, rücken dann aber umso mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Um den Ist-Zustand des Unfall- beziehungsweise Schadengeschehens von Omnibussen in Deutschland zu beschreiben, hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) ein repräsentatives Material von 213 Fällen analysiert.

In dem Material sind sowohl Fälle mit Kollision als auch Fälle ohne Kollision (z.B. Sturz eines Insassen wegen einer Bremsung des Busses) eingeflossen.

Bei den Fällen mit Kollision zeigte sich, dass vor allem der Lkw als Unfallgegner besonders gefährlich ist. So gab es beispielsweise im vorliegenden Unfallmaterial bei Bus/Lkw-Kollisionen mehr Schwerverletzte und Getötete als bei Bus-Alleinunfällen.

Häufig verletzen sich Bus-Insassen auch bei Fahrmanövern von Bussen (starkes Bremsen, Kurvenfahrt) oder beim Ein- und Aussteigen. Der Schadenaufwand bei diesen Unfallereignissen ohne Kollision war im Mittel erstaunlicherweise in etwa genauso hoch wie bei den Bus-Unfällen mit Kollision.

In einem zweiten Themenblock wurde der Frage nachgegangen, welcher Nutzen von modernen Fahrerassistenzsystemen (FAS) zu erwarten wäre, wenn die komplette Omnibusflotte mit ihnen ausgestattet wäre. Die theoretisch möglichen Nutzenpotentiale wurden für eine automatische Notbremse, einen Abbiegeassistenten, einen Spurverlassenswarner, einen Totwinkelwarner sowie ESP analysiert. Es zeigte sich, dass moderne FAS in der Lage sind, das Schadengeschehen von Omnibussen (Unfälle mit Personenschaden und einem Schadenaufwand von 15.000 € und mehr) positiv zu beeinflussen. In Abhängigkeit von der Art des Kraftomnibusses (Reise- oder Linienbus) unterschieden sich die ermittelten Nutzenpotentiale allerdings teilweise erheblich.

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