Unfallforscher fordern: Intelligente Assistenten für alle Fahrzeugklassen

Bis zu 18 Prozent aller schweren Unfälle könnten vermieden werden, wenn alle Autos mit intelligenten Bremssystemen ausgestattet wären, wie sie heute schon erhältlich sind. Das ist das Ergebnis einer Prognose der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die anlässlich umfangreicher Fahrtests zusammen mit dem britischen Forschungscenter Thatcham vorgestellt wurde. Erstmals testeten die britischen Autoversicherer öffentlich auch das Schleuderschutz-System ESP mit einem Lenkroboter. „Nur so lässt sich dieses wichtige Sicherheits-Feature objektiv bewerten“, kommentierte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, die Versuche seiner britischen Kollegen

Notbremsassistent mit Fußgängererkennung

Die Unfallforscher sehen in intelligenten Fahrerassistenzsystemen die Möglichkeit, die Sicherheit auf Europas Straßen deutlich zu erhöhen. Daher demonstrierten die Briten jetzt mit Fahrzeugen von Lexus, Honda, Toyota, BMW, Volvo, Citroen und Mercedes, wie Autos mit intelligenten Assistenten Unfälle vermeiden können. Zu diesen Systemen gehören neben dem Antischleuderschutz ESP, auch Spurwechselassistenten gegen den „Toten Winkel“ oder Spurhalteassistenten gegen das Abkommen von der Fahrbahn. Weitere Systeme im Praxistest: Fahrerzustandserkennung (Müdigkeitswarner), Alkolock (Alkohol-Wegfahrsperre), Nachtsichtsysteme mit Fußgängererkennung und Verkehrszeichenerkennung für die Einhaltung von Tempolimits.

Wichtigste Fahrerassistenten sind aus Sicht der Unfallforscher aber Notbrems- und Auffahrwarnsysteme, wie beispielweise CMBS von Honda, City-Safety von Volvo oder Pre-Safe-Brake von Mercedes, die Fahrzeuge erkennen und Teil- beziehungsweise Vollbremsungen einleiten können. „Schon bald können wir mit Systemen rechnen, die nicht nur fahrende oder stehende Fahrzeuge erkennen, sondern auch Fußgänger“, so Brockmann. Doch auch mit den momentan erhältlichen Systemen ohne Fußgängererkennung könnten laut Unfalldatenbank der Versicherer (UDB) zwei Prozent der getöteten, acht Prozent der schwerverletzten und 31 Prozent der leichtverletzten Pkw-Insassen auf deutschen Straßen vermieden werden. Doch das ist derzeit noch Zukunftsmusik, denn es setzt eine Ausstattung aller Autos mit der intelligenten Technik voraus.

Deshalb fordern die Unfallforscher der Versicherer die rasche Einführung moderner Sicherheitssysteme in möglichst alle Fahrzeugklassen.

Lenkroboter ermöglicht ESP-Test
Moderne FAS auch in kleineren Autos

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