Notbremsassistenten helfen Unfälle vermeiden

Der Einbau von Notbremsassistenten der neuen Generation wird große Erfolge bei der Vermeidung von Unfällen oder der deutlichen Verringerung der Unfallschwere zeigen. Das ist die wichtigste Erkenntnis aus den Fahrversuchen, die die Unfallforschung der Versicherer (UDV) auf der südenglischen Teststrecke TRL gemeinsammit dem britischen Partnerinstitut „Thatcham“ durchgeführt hat.

Dabei wurden die Systeme von Mercedes-Benz (Distronic Plus/BAS Plus), Honda (CMBS) und das noch nicht auf dem Markt befindliche „City Safety“-System von Volvo verglichen. Die Unfallforschung der Versicherer geht davon aus, dass bereits die heutigen radarbasierten Systeme zwischen 5 bis 10 Prozent aller Pkw-Unfälle verhindern können. In der nächsten Generation etwa ab 2010, können es bis zu 15 Prozent sein.

Die drei vorgestellten Bremsassistenten haben unterschiedliche Funktionsweisen. Das Mercedes-Benz-System arbeitet im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 200 km/h, warnt den Fahrer bei Abstandsunterschreitung, bremst aber selbsttätig nur mit Teilkraft von maximal 0,4 g. Eine Vollbremsung würde das System nur vornehmen, wenn der Fahrer durch Betätigen des Bremspedals seinen Willen zu einer Bremsung angezeigt hat. Das Honda-System arbeitet im Geschwindigkeitsbereich 30 bis 180 km/h mehrstufig: Zunächst wird der Fahrer vor dem Hindernis gewarnt. Erfolgt keine Reaktion, wird eine Teilbremsung mit 0,6 g eingeleitet. Die volle Bremskraft von 0,9 g stellt das System, wenn der Fahrer nicht selbst vorher den ganzen Bremsdruck aufbaut, erst zur Verfügung, wenn die Kollision nicht mehr vermeidbar ist.

Das Volvo-System hingegen arbeitet ausschließlich im Geschwindigkeitsbereich bis 30 km/h. Bis 15 km/h kann die Kollision mit einem vor dem eigenen Auto fahrenden Fahrzeug völlig vermieden werden, darüber wird sie deutlich abgeschwächt. Das Volvo-System hat den Vorteil, dass es kostengünstig ist und somit bald in möglichst vielen Fahrzeugen auch der kleineren Klassen serienmäßig Einzug halten kann.

Halswirbelsäulenverletzungen und Blechschäden in Millionenhöhe könnten so vermieden werden. Das System ist aber kein Ersatz für komplexere Anlagen, wie die von Honda oder Mercedes-Benz und dürfen deren Weiterentwicklung auch nicht behindern. An die Erkennung von querenden Fußgängern und kreuzenden Fahrzeugen knüpft die Unfallforschung der Versicherer große Hoffnungen.

Noch gibt es große Unsicherheit und Verwirrung über den Nutzen von Fahrerassistenzsystemen. Deshalb untersucht der Fachbereich Fahrzeugsicherheit der UDV verschiedene Fahrerassistenzsysteme (FAS). In diesem bis Ende 2010 angelegten Projekt werden mit Hilfe der Unfalldatenbank (UDB) Nutzenpotentiale ausgewählter FAS ermittelt. Dabei werden die FAS für Pkw, Lkw und Busse betrachtet. Basis dieser Untersuchung ist das in der Unfalldatenbank dokumentierte Unfallgeschehen.

 

 

Downloads zum Thema