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Überschlagunfälle
Überschlagunfälle sind in Deutschland selten, in Europa jedoch differieren aufgrund des unterschiedlichen Fahrzeugbestandes sowie unterschiedlicher Straßen die Häufigkeit und Schwere dieser Unfallart ganz erheblich. Generell gilt, dass schwere Verletzungen immer dann zu erwarten sind, wenn die Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert werden, was meist bei ungesicherten Personen zu beobachten ist.
Detail-Analysen zu den Fahrzeug-Bewegungen während der Überschlagsphase zeigen, dass Überschlagunfälle sehr komplex sind. Dennoch war es möglich, im Rahmen des EU-Projekts „ROLLOVER“, an dem die GDV-Unfallforschung sowie 14 weitere Organisationen aus sieben europäischen Ländern beteiligt waren, vier „typische“ Unfallkonstellationen zu defininieren:
- Überschlag nach vorangegangener Kollision,
- „Rampen-Überschlag“,
- Überschlag nach Drehung um die Hochachse (Schleudern plus Verhakung) und
- sonstiger Überschlag (z.B. Absturz).
Am häufigsten treten bei Überschlagunfällen Verletzungen am Kopf auf, gefolgt von Nacken-, Brustkorb- und Armverletzungen. Schwere bis tödliche Verletzungen (AIS 3+) finden sich vor allem an Brustkorb, Unterleib und Kopf.
Zur Minimierung des Verletzungsrisikos ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig, technische Einzelmaßnahmen sind hier nicht zielführend. Um die Zahl schwerverletzter bzw. getöteter Pkw-Insassen bei Überschlagunfällen zu minimieren, wurden in „ROLLOVER“ folgende Systeme vorgeschlagen:
- Angurterinnerer (Hebung der Angurtquoten),
- größere Dachsteifigkeit (Sicherstellung des Überlebensraums),
- Seitenscheiben aus Verbundglas(Reduzierung des Ejektionsrisikos),
- Polsterung harter Strukturen im Fahrzeuginnenraum (Vermeidung hoher Belastungsspitzen),
- optimierte Sitze incl. Gurtstraffer(bessere Positionierung im Sitz, geringeres Ejektionsrisiko) und
- Kopf-Airbag(geringere Belastungen bei einem Kopfanprall).
Erste Nutzen/Kosten-Abschätzungen zeigen eine positive Bilanz für diese genannten Maßnahmen, müssten jedoch durch zukünftige Forschungsarbeiten noch besser abgesichert werden. Weitere Ergebnisse sowie der Schlussbericht zum EU-Projekt „ROLLOVER“ finden sich unter dem Punkt „Releases“ auf www.vsi.tugraz.at/rollover.
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