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Dialog-Display wirkt
Autofahrer halten sich in der Stadt eher an eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn ein sogenanntes Dialog-Display sie mit einem freundlichen „Danke“ belohnt oder einem dezenten „Langsam“ ermahnt. Das ist die Quintessenz einer Untersuchung, die die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin durchgeführt hat.
Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen nicht nur im Berliner Stadtverkehr, wo im Jahr 2008 eine umfangreiche Untersuchung zum Geschwindigkeitsverhalten an Dialogdisplays durchgeführt wurde. Wie wichtig die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten ist, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Die Gefahr, dass ein Fußgänger im Falle eine Kollision mit einem Kfz bei 30 km/h getötet wird, liegt statistisch bei 18 Prozent. Sie verdoppelt sich bei einer Erhöhung um 10 km/h nahezu und vervierfacht sich bei 50 km/h.
Bislang war die Wirkung von Dialog-Displays in der Fachwelt nicht unumstritten. Deshalb hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer aufwendigen Untersuchung mit über 9,4 Millionen Geschwindigkeitsmesswerten die Wirkung von insgesamt acht Dialog-Displays an vier verschiedenen Berliner Standorten auf das Geschwindigkeitsverhalten von motorisierten Verkehrsteilnehmern hin untersucht. Neben den reinen Geschwindigkeitsmessungen wurden zusätzlich an zwei Standorten Fußgänger zu ihrer Wahrnehmung des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und ihrem Sicherheitsgefühl beim Überqueren der Straße befragt.
Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung sind:
- Bei Einsatz des Dialog-Displays an den untersuchten Standorten wurden deutliche und anhaltende Verhaltensänderungen bei den Kraftfahrern beobachtet. Je nach Einsatzort verringerte sich in der Untersuchungsphase die Durchschnittsgeschwindigkeit um 1,8 bis 6 km/h.
- Der prozentuale Anteil der Fahrer, die die vorgeschriebene Höchst-geschwindigkeit überschritt, verringerte sich deutlich um 43 bis 64 Prozent.
- Die Geschwindigkeitsrückgänge fallen in den sicherheitsrelevanten oberen Geschwindigkeitsbereichen besonders deutlich aus.
- Die befragten Fußgänger nahmen deutliche Unterschiede des Fahrverhaltens der Kraftfahrer und eine spürbare Erhöhung der eigenen Sicherheit beim Einsatz des Dialog-Displays wahr.
- Das Sicherheitsgefühl der befragten Passanten an den Querungsstellen (Zebrastreifen, Inseln, Ampeln) erhöhte sich und die Fußgänger-Kraftfahrer-Interaktion wurde als sicherer erlebt.
Ein weiteres Ergebnis ist, dass Dialog-Displays nur wirken, solange sie aktiv sind. Nach Abbau der Geräte kehren die Verkehrsteilnehmer wieder zu ihrem ursprünglichen Verhalten zurück. Zum Einsatz sollten Dialog-Displays nach Ansicht der Unfallforschung der Versicherer (UDV) vor allem im innerörtlichen Bereich zur Sicherung von sensiblen Stellen wie Fußgängerüberwegen, Schulen, Senioreneinrichtungen oder Kitas kommen. Auch dies ist Praxis in Berlin. Dialog-Displays kommen überwiegend außerhalb des Hauptverkehrsstraßennetzes zum Einsatz und ergänzen dort die Maßnahmen der Polizei.
Hamburg, am 14. Mai 2009
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