Die Idee klingt verlockend: Eine Straße, die die Fahrer selbstständig vor möglichen Gefahren warnt und dadurch Unfälle vermeidet. Die technischen Möglichkeiten dazu sind bereits vorhanden. Allerdings zeigt eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV), dass die Potenziale zur Verbesserung der Sicherheit in der Realität beschränkt sind.
Die Missachtung von Verkehrsregeln führt zu vielen Verkehrsunfällen. Eigentlich eine Binsenweisheit. Deshalb werden Verkehrsverstöße auch bestraft. Doch welche Regelverstöße führen zu den schlimmen Unfällen, und sind die „Strafen“ für die Vergehen im Straßenverkehr eigentlich angemessen?
Das Klima auf Deutschlands Straßen wird rauer. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Befragung „Verkehrsklima 2010“ der Unfallforschung der Versicherer (UDV), deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. So fühlte sich 2010 nur noch jeder zweite Befragte (53 Prozent) sicher oder sehr sicher.
Aufgeschlitzte, umgekippte, ausgebrannte Busse mit vielen Verletzten oder Getöteten bestimmen das Bild in der Öffentlichkeit, wenn es um das Thema Busunfälle geht. Tatsächlich ist der Omnibus jedoch ein relativ sicheres Verkehrsmittel ohne gravierende Schwachstellen, wie jetzt eine von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) durchgeführte Analyse von Busunfällen in Deutschland zeigt.
Junge Fahrer sind weiterhin eine Hochrisikogruppe im Straßenverkehr. Ihr Anteil an tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern ist überproportional hoch: Von 1840 getöteten Pkw-Insassen im Jahr 2010, waren 508 zwischen 18 und 24 Jahre alt – das sind fast 28 Prozent, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur 8 Prozent beträgt. Rund 70 Prozent der Unfälle, in die sie verwickelt werden, haben die jungen Autofahrer verursacht. Die größten Probleme: mangelnde Fahrerfahrung und Fehler, die auf die besondere Risikobereitschaft junger Menschen zurückzuführen sind.
Fußgänger sind in der dunklen Jahreszeit besonders auf Landstraßen extrem gefährdet. Von 112 im Jahr 2010 außerhalb geschlossener Ortschaften getöteten Fußgängern starben fast drei Viertel (80) bei Dämmerung oder Dunkelheit. Die UDV rät daher, wenn irgend möglich, nicht zu Fuß über eine dunkle Landstraße zu gehen, falls kein separater Gehweg vorhanden ist. Siegfried Brockmann, Leiter der UDV: „Das ist lebensgefährlich. Autofahrer können einen Fußgänger, erst recht, wenn er dunkel gekleidet ist, gar nicht oder nur viel zu spät erkennen“. Falls keine andere Beförderungsmöglichkeit bestehe, seien die Kosten für ein Taxi gut angelegt.
Elektrofahrzeuge bringen völlig neuartige Risiken, beispielsweise durch ein Hochspannungsbordnetz mit der potentiellen Gefahr tödlicher Stromschläge. Sie müssen jedoch im Betrieb und bei einem Unfall genauso sicher sein wie herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotor. Das war einhellige Meinung eines Experten-Symposiums, das die Unfallforschung der Versicherer (UDV) Ende November 2011 in Berlin veranstaltete. Eine Gefahr sieht UDV-Leiter Siegfried Brockmann darin, dass Bastler, Schrauber und Hobbytuner die hohen Sicherheitsstandards, die Industrie und Werkstätten anstreben, nicht einhalten werden.
Autobahnbaustellen sind weniger gefährlich, als viele Autofahrer annehmen. Das hatte die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer Studie 2010 herausgefunden. Für diese war das Unfallgeschehen an 12 Baustellen mit einer Gesamtlänge von 68 Kilometern analysiert und fünf Baustellen einer detaillierten Untersuchung unterzogen worden. Die Ergebnisse zeigten, dass Unfälle in Baustellenbereichen im Vergleich zu baustellenfreien Autobahnabschnitten aufgrund der geringeren Fahrgeschwindigkeiten weniger schwer sind.
Im Ausland sind sie häufiger anzutreffen – in Deutschland nur ganz selten: Kreuzungen, bei denen die Fußgänger bei grün auch diagonal die Straße überqueren dürfen. Was auf den ersten Blick charmant wirkt, muss natürlich auch die Kriterien der Verkehrssicherheit und der Leistungsfähigkeit erfüllen. Um das herauszufinden, hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) solche Kreuzungen untersuchen lassen. Dabei wurde das Unfall-geschehen an diesen Kreuzungen analysiert, die Verkehrsqualität (Warte-zeiten bei Rot, Kapazität) ermittelt und die Rotlichtakzeptanz beobachtet.
Seit Jahren fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV), Autos grundsätzlich nur noch mit dem Schleuderschutz ESP anzubieten. Jetzt wird das zumindest für neue Automodelle wahr: Ab dem 1. November 2011 bekommen in Europa neue...
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