28.04.2010

Unfallforschung der Versicherer: Bärendienst für die Sicherheit

Im Jahr 2009 sind viel zu viele Autos ohne das notwendige Fahrerassistenzsystem ESP auf den Markt gekommen. Nach Schätzungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) wurden im Boomjahr 2009 über 830.000 Pkw ohne den elektronischen Schutzengel neu in Deutschland zugelassen. Davon gehen auf Kosten der Abwrackprämie allein rund 190.000 Fahrzeuge. Der Grund: Wegen der Abwrackprämie hatten die Neuwagekäufer oft Einstiegsmodelle gekauft, die ohne den Schleuderschutz angeboten wurden, oder sie hatten gleich Marken gewählt, die ohnehin keine ESP-Autos im Angebot hatten. 

Auch 2010 hat immerhin noch ein Viertel aller Fahrzeugmodellreihen kein serienmäßiges ESP. Die größten Sorgenkinder: die sogenannten Minis; hier gibt es nur 2 von 19 Modellreihen, bei denen ESP immer serienmäßig ist, die Utilities (6 von 23 Modellreihen mit Serien-ESP) und die Kleinwagen (15 von 30 Modellreihen mit Serien-ESP). Das sind Erkenntnisse einer aktuellen Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zur Verfügbarkeit von ESP in Neufahrzeugen, für die 295 Baureihen des Modelljahres 2010 von insgesamt 39 Autoherstellern analysiert wurden. 

Bis alle neuen Fahrzeuge nach EU-Verordnung serienmäßig mit ESP aus-geliefert werden, dauert es noch rund viereinhalb Jahre. Um so wichtiger ist es nach Ansicht von Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, schon jetzt nur noch Neufahrzeuge mit ESP zu kaufen und auch bei Gebrauchten lieber etwas länger zu suchen. An die Hersteller ap-pelliert er, auch bei Kleinwagen und Kleintransportern (Utilities) ESP endlich in allen Modellen serienmäßig anzubieten.

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ESP-Verfügbarkeit in Neuwagen 2010 »