Sicherheitspreis "Die Unfallkommission 2011"

Andreas Gierloff, Hallesche Verkehrs AG, Dr. Detlev Lipphard, DVR, Siegfried Brockmann, UDV, F. Köster, Polizei Halle, Detlef Ludwig, Ordnungsamt Halle, Detlef Meißgeier, Landesbetrieb Bau, Rainer Möbius, Stadtplanungsamt Halle, Dagmar Szabados, Oberbürgermeisterin Halle, Jürgen Gerstenberg, Straßen- und Tiefbauamt Halle, Janelle Paul, Untere Verkehrsbehörde Halle, Dr. Ulf Gundlach, Staatssekretär im Innenministerium Sachsen-Anhalt, Thoralf Bade, Geschäftsführer der Unfallkommission, Polizei Halle, Lothar Wilke, ADAC (von links nach rechts)

In einer feierlichen Veranstaltung im Stadthaus in Halle/S. wurde am 9. Juni 2011 die Unfallkommission der Stadt mit dem Sicherheitspreis "Die Unfallkommission 2011" der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ausgezeichnet. 
Dagmar Szabados, Oberbürgermeisterin der Stadt Halle, Dr. Ulf Gundlach, Staatssekretär im Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt und Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, betonten die bedeutsame Arbeit der Unfallkommission für die Verbesserung der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.

Die Unfallkommission Halle bewarb sich für den Sicherheitspreis mit einer Unfallhäufungsstelle im Zuge der Bundesstraße 6. In leichter Hanglage liegt eine vielbefahrene Zufahrt zur zweispurig geführten B6, deren Fahrzeugführer gegenüber den Verkehrsteilnehmern in der Einmündung Vorfahrt berechtigt waren. Ein fehlender Verzögerungsstreifen und die schlechten Sichtverhältnisse führten wiederholt zu meist leichten Auffahrunfällen. Insgesamt wurden im Jahr 2005 19 Unfälle registriert, im Jahr 2006 bereits 21 Unfälle mit 3 verletzten Personen. Die Unfallkommission Halle führte eine kompetente Analyse des Unfallgeschehens durch. Die Unfallkommission beschloss im Jahr 2006 eine neue Verkehrsführung durch veränderte Markierung auf den Fahrbahnen, da die überwiegend leichten Unfälle keine kostenintensiven Baumaßnahmen rechtfertigten: Durch Reduktion von zwei auf eine Fahrspur auf der Paracelsusstraße (B6) vor der Auffahrt und parallele Führung danach entstand ein neuer Verflechtungsbereich, dessen Lage verbesserte Sichtverhältnisse für die Verkehrsteilnehmer bietet.

Im Nachher-Betrachtungszeitraum 2008-2010 zeigte sich eindrucksvoll die Wirksamkeit: Bereits 2008 wurden keine Unfälle mehr registriert, dieser Trend setzte sich auch in den Folgejahren fort.

Die mit Prof. Dr. Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt, Prof. Dr. Dieter Müller, Hochschule der sächsischen Polizei sowie Prof. Dr. Herbert Staadt von der Fachhochschule Potsdam, hochrangig besetze Jury zur Bestimmung des Preisträgers entschied sich auch deshalb für die Unfallkommission Halle, weil das benachbarte Unfallgeschehen zur ehemaligen Konfliktstelle in der Nachher-Analyse berücksichtigt wurde. So konnte die Unfallkommission eventuelle Verlagerungen im Unfallgeschehen feststellen und in diesem Fall ausschließen. Ferner beeindruckte die begleitende, sehr bürgernahe Öffentlichkeitsarbeit die Juroren.

Der Sicherheitspreis "Die Unfallkommission" geht zurück auf die Initiative der Unfallforschung der Deutschen Versicherer. In Kooperation mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat wurde der mit 5.000 € dotierte Preis bereits zum neunten Mal für die kontinuierliche Arbeit einer engagierten Unfallkommission und der erfolgreichen Beseitigung einer Unfallhäufung verliehen. Das Preisgeld steht dem Gremium für Verkehrssicherheitsmaßnahmen in seinem Zuständigkeitsbereich zur Verfügung.

Die Maßnahme:

Reduktion auf eine Fahrspur in der übergeordneten Straße und parallele Führung der beiden Zufahrten bis zu neuem Verflechtungsbereich. Dadurch entfällt die spitzwinklige, untergeordnete Einmündung und es erfolgt eine Verlagerung des Verflechtungsbereichs in eine Topografie, die eine bessere Sicht gewährleistet.

Vorher
Nachher
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