Drogen

Party- und Designerdrogen im Straßenverkehr

Das Fahren unter Drogeneinfluss – vor allem bei jungen Fahrern – ist ein ernst zu nehmendes Problem für die Verkehrssicherheit. Das hat die Studie „Party- und Designerdrogen im Straßenverkehr“ der Unfallforschung der Versicherer ergeben, die zur Zeit wiederholt wird. Dabei zeigte sich, dass Konsumenten von Partydrogen mehrheitlich noch innerhalb der Zeit ins Auto steigen, in der sie noch durch akute Drogenwirkung beeinträchtigt sind. Die Fülle der geschilderten Fahrfehler und der Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit veranschaulicht diesen Umstand.

Gleichwohl sind zwei Drittel der Überzeugung, die verstrichene Zeitspanne zwischen Ecstasy-Konsum und Fahrtantritt sei hinreichend für eine sichere Heimreise. Durchgängig im Übrigen findet sich die Gewissheit, dass Haschischgenuss und Verkehrssicherheit nichts miteinander zu tun haben. Und selbst die Annahme, dass es von Art und Menge der Droge abhängt, ob nach dem Konsum gefahren werden darf, trifft immerhin noch ein Fünftel aller Befragten (Tenor: „Ein Gramm Hasch ist erlaubt“) zu.

Einige Ableitungen für die Verkehrssicherheitsarbeit und Unfallverhütung:

Nicht pauschal von Drogen sprechen

Gegenwärtige Disco- und Drogenkampagnen thematisieren den Begriff Drogen; doch der ist negativ besetzt – Benutzer von Partydrogen fühlen sich damit nicht angesprochen. >Drogen am Steuer? Das betrifft mich nicht, ich bin kein Junkie!<. Techno- und Partygänger fixen nicht, sie verschaffen sich aus ihrer Sicht eine Erweiterung ihrer Gefühlswelt und eine Steigerung ihrer körperlichen und seelischen Fitness, gezielt eingesetzt und zeitlich begrenzt. Es erscheint paradox, dass effektive Verkehrssicherheitswerbung den negativen Pauschalbegriff Drogen durch die spezifischen Präparatbegriffe wird ersetzen müssen.

ÖPNV in ländlichen Gebieten verbessern

Die Stärkung des ÖPNV-Elements ist seit langem Ziel von Bemühungen, bislang aber ohne nennenswerte Resonanz. Erfolge bleiben auf die Region begrenzt, wo Aktivitäten stattfanden. Nach wie vor wird ein unzureichender Nacht- und Wochenendfahrplan beklagt oder das gänzliche Fehlen von Verbindungen. Rationalisierung verschärft den Zustand eher noch. Dennoch können auch einfache Maßnahmen hilfreich sein, von der Verpflichtung eines Veranstalters, die Fahrpläne existierender Verbindungen an exponierter Stelle auszuhängen, bis zu kostenloser Beförderung auf einschlägigen Strecken innerhalb der nächtlichen „Kernzeiten“ am Wochenende.

Mehr polizeiliche Verkehrskontrollen

In Anbetracht der denkbar geringen Normkonformität bis hin zu der Anmaßung, selbst zu entscheiden, unter welchen Umständen ein Kraftfahrzeug noch geführt werden kann, wird eine effiziente Unfallverhütung nicht ohne Erhöhung der Kontrolldichte mit verbesserter technischer Ausstattung auskommen.

Weitere Infos der Unfallforschung der Versicherer zum Thema „Drogen und ihre Gefahren im Straßenverkehr“ gibt es unter http://www.dont-drug-and-drive.de