Fazit

Für die Verkehrssicherheit lässt sich zusammenfassend ableiten, dass sich die Deliktprävention im Sinne einer Erhöhung der Verkehrssicherheit für Alle (Public-Health-Strategie) auf die fünf wesentlichen Unfallursachen konzentrieren sollte. Für den Bereich der Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße können Maßnahmen im Bereich der Sanktionshärte und Entdeckungswahrscheinlichkeit als Option zur Erhöhung der Regelbefolgung gewertet werden, da sie bislang für gezeigtes Verhalten noch keine entscheidende Rolle spielen.  

Potenziale sind weiterhin in neuen Technologien wie Fahrerassistenzsystemen (Intelligent Speed Adaptation), aber auch in der Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur (Self Explaining Road) zu sehen.

Das Fahren unter Alkohol ist im Wesentlichen ein Problem für eine spezielle Gruppe von Verkehrsteilnehmer, die in aller Regel Fahren und Alkohol nicht voneinander trennen können. Hier gilt es, stärker mittels psychologischer Konzepte (Trainings für den Umgang mit potenziell kritischen Situationen) einzuwirken. Die Einführung eines gesetzlichen Alkoholverbots am Steuer sowie der Einsatz technischer Hilfsmittel (Alcolocks) können unterstützend wirken.

Für das gültige Sanktionssystem konnte keine belastbare Korrespondenz zum realen Unfallgeschehen festgestellt werden. Eine Studie des Kraftfahrtbundesamtes aus 2004 kam zu der Erkenntnis, dass die Anzahl der Eintragungen im VZR ein verlässlicher Indikator für ein erhöhtes Verkehrsrisiko ist, nicht aber die Punktezahl. Aus Sicht der Verkehrssicherheit sollte demnach das heutige Punktesystem durch ein Sanktionssystem abgelöst werden, das sowohl das Unfallgeschehen als auch das Verkehrsrisiko deutlich besser abbildet.

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