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Wil­d­un­fälle wirk­sam bekämp­fen

Es ist einfach nicht zu fassen: Da haben wir eine über jeden Zweifel erhabene wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit von blauen und mehrfarbigen Reflektoren vorgelegt, die sowohl deskriptiv als auch statistisch eindeutig zeigt, dass diese Reflektoren überhaupt nicht wirken.

Aber immer noch kommt der ADAC und alle möglichen Jägerschaften und nölen, dass es da ja auch andere Untersuchungen gebe und jedenfalls im eigenen Gebiet habe man aber doch eine Wirkung festgestellt. Deshalb hier nochmal zum Mitschreiben: Nichts davon genügt auch nur ansatzweise wissenschaftlichen Ansprüchen. Zeigt uns einen methodischen Fehler in unserer Untersuchung! Ansonsten hört auf, mit Zahlen Politik zu machen, die auf viel zu wenigen Wildunfällen (vorher zwei Wildunfälle, hinterher einer = Rückgang um 50 %), fehlenden Vergleichsgebieten, nicht kompletten Vegetationsperioden oder anderen methodischen Schwächen basieren.

Wir sind uns doch im Ziel einig: Die steigenden Unfallzahlen mit Wild müssen angegangen werden, und zwar sowohl zum Menschenschutz, als auch zum Schutz der Tiere. Wildzäune kann man über lange Strecken (außer an Autobahnen) nicht bauen, weil das nicht nur sehr teuer ist, sondern auch die notwendigen Wildwanderbewegungen weitgehend unterbinden würde. Alle Versuche (dazu gehört auch eine Vorgängeruntersuchung der UDV zu weißen und roten Reflektoren sowie zu Duftzäunen), das Wild vor Fahrzeugen zu warnen, waren bisher erfolglos. Und ich wage mal die Prognose, dass auch weitere Versuche dieser Art, die sich findige Unternehmer ausdenken könnten, das gleiche Schicksal haben werden. Entweder, weil sie schon aus grundsätzlichen Erwägungen nicht wirken können oder weil das Wild sich sehr schnell daran gewöhnt.

Wie wäre es also mal damit, die Kraftfahrer vor dem Wild zu warnen. Ein „Wildwechsel“-Schild kann das allerdings nicht, schon gar nicht, wenn es über mehrere Kilometer gelten soll. Die Fahrzeugtechnik aber könnte es. Schon heute warnt sie vor Stauenden, vor Radfahrern im Seitenraum oder vor kreuzenden Fußgängern. Mit geringen Anpassungen, Einbau von Infrarotsensoren oder Kameras und Weiterentwicklung der Software könnten die Fahrer auch vor Wild im Seitenraum gewarnt werden und das sogar bei Nacht. Idealerweise gibt es sogar eine automatische Notbremsung. Wenn dereinst Autos automatisiert fahren sollen, müssten sie das ohnehin können.

Deshalb herzliche Einladung an den ADAC, an die Jägerschaften und an den DJV: Lassen Sie uns das jetzt durch gemeinsamen Druck auf Hersteller und Politik energisch voranbringen. Dann kann der Wildunfall in 10 Jahren weitgehend Geschichte sein.

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