Radverkehr, Fahrrad
Rad­ver­kehr

Allei­n­un­fälle von Rad­fah­ren­den in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz

Alleinunfälle von Radfahrenden haben eine hohe Bedeutung für das Rad-Unfallgeschehen erlangt. Vor diesem Hintergrund haben die Beratungsstelle für Unfallverhütung, das Kuratorium für Verkehrssicherheit und die Unfallforschung der Versicherer gemeinsam Empfehlungen für eine sichere Infrastruktur erarbeitet.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gab es 2024 je etwa drei bis vier Mal so viele Alleinunfälle wie noch zur Jahrtausendwende. Dabei kamen in den drei Ländern zusammen fast 200 Radfahrende ums Leben, über 8.000 wurden schwer verletzt. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den deutlich steigenden Zahlen und den Ursachen für Alleinunfälle wirkungsvoll zu begegnen.

Forschungsergebnisse zeigen, dass das (Fahr)verhalten eine bedeutende Rolle bei der Unfallentstehung spielt. Das Fahren mit unangepassten Geschwindigkeiten oder unter Alkoholeinfluss führt häufig zu Alleinunfällen mit Verletzungsfolgen. Gleiches gilt für Stürze in Folge von Fahrfehlern (z. B. Kontrollverlust durch Überbremsen) und Ablenkung bzw. Unaufmerksamkeit. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Infrastruktur Alleinunfälle begünstigen kann. Insbesondere Oberflächen mit reduzierter Griffigkeit (z. B. durch Nässe, Glätte, Rollsplitt oder Laub) sowie Bordsteinkanten und Schienen werden häufig im Kontext von Alleinunfällen dokumentiert.

Um Alleinunfälle zu vermeiden und einem weiteren Anstieg zu begegnen, bedarf es einer sicheren und fehlerverzeihenden Infrastruktur für den Radverkehr. Dazu zählen eine eindeutige und von Radfahrenden als sicher wahrgenommene Führung, ausreichend breite Anlagen und sichere Abstände zu unfallbegünstigenden Merkmalen (z. B. Bordsteinkanten und Straßenbahnschienen).

Vor diesem Hintergrund haben die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU, Schweiz), das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV, Österreich) und die Unfallforschung der Versicherer (UDV, Deutschland) gemeinsam Empfehlungen erarbeitet und in der vorliegenden Fachdokumentation zusammengefasst. Die Fachdokumentation richtet sich an Verwaltungen und Planende in den drei Ländern und zeigt auf, welche Aspekte der Fahrradinfrastruktur Stürze von Radfahrenden begünstigen und was von Seiten der Straßenplanung und des Straßenbetriebs getan werden kann, um die Sicherheit des Radfahrens auch in Bezug auf Alleinunfälle zu verbessern und die Attraktivität des Fahrrades als umweltfreundliches und gesundheitsförderndes Verkehrsmittel weiter zu fördern.

 

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